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Zur Mietsituation im Gallus

Zur Mietsituation im Gallus veröffentlicht die im Internationalen Zentrum (IZ) aktive Initiative ,,Mieten runter im Gallus!“ gemeinsam mit der ,,Mieterinitiative für bezahlbaren Wohnraum!“ folgende Pressemitteilung:

Steigende Mieten und Soziale Verdrängung im Gallusviertel –

Vermieter im Gallus umgehen Mietpreisbremse / Politik verschließt die Augen!

,,Es gibt keine Gentrifizierung im Gallus“, äußerte der Chef der städtischen Wohnungsbaugesellschaft ABG 2012 unisono mit ähnlichen Verlautbarungen des Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) in jüngerer Zeit. Wir, verschiedene solidarische Initiativen, die sich gegen die Mieterhöhungen in unserem Stadtteil organisiert haben, sagen: Das ist eine dreiste Lüge! Die von der Stadt Frankfurt 2015 eingeführte Mietpreisbremse, die die Mieterhöhungen nach Wiedervermietung auf 10% festsetzen soll, wird von Vermietern im Gallusviertel auf verschiedene Art und Weisen umgangen. Zum einen sind Mieter vermehrt mit sogenannten Staffelmietverträgen konfrontiert, die eine schrittweise Anhebung des Mietpreises in mehreren Etappen vorsehen. Andere versuchen signifikante Mieterhöhungen weit über den veranschlagten 10% über Luxussanierungen der Miethäuser zu erwirken. Ein Beispiel ist die Wallauer Straße, in der von der zuständigen Wohnungsbaugesellschaft Vonovia veranlasste Luxussanierungen zu einer Mieterhöhung von bis zu 300 Euro pro Einheit führen sollten! Die Mieter organisierten sich im Sommer diesen Jahres dagegen, kämpften und wehrten schließlich das Schlimmste ab. ,,Spätestens als ich anmerkte, dass ich Hartz 4 beziehe, wollten sie mich nicht mehr haben“, kommentierte Ingrid K. – seit 15 Jahren wohnhaft in der Kölner Straße – ihr vergebliches Bemühen eine alternative nahegelegene Wohnmöglichkeit zu finden, nachdem sie einem Mietaufhebungsvertrag gleichfalls zur anschließenden Luxussanierung zugestimmt hatte. Dieses Phänomen hat System. So führt das Jobcenter lediglich Wohnung bis 50 m² und bis zu 500 Euro als angemessenen Wohnraum für Hartz-4-Bezieher, wohingegen der Mietspiegel im Gallus laut städtischen Statistiken derzeit bei 675 Euro bei gleicher Quadratmeterzahl lanciert. ,,Diese Zahlen beweisen anschaulich: Es gibt einen sozialen Verdrängungsprozess im vorderen Gallus! Während Vermieter, inspiriert durch das nahegelegene Europaviertel, gut zahlendes Publikum bevorzugen, wird die traditionell im Gallus heimische Bevölkerung auf die Stadtränder verwiesen.“, kommentiert ein Sprecher der Initiativen diese Entwicklung. ,,Auch die Innenstadt muss für Menschen mit geringem Einkommen weiterhin bezahlbar bleiben. Wir wollen eine solidarische Stadt, die für die Menschen da ist und nicht für Investoren und Miethaie!“

Weitere Meldungen zum Mietkampf im Gallus:

Kommt zum nächsten Mietcafe der Initiative ,,Mieten runter im Gallus!“ am 18.11.2016 ab 15 Uhr im Internationalen Zentrum (IZ)!