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DEMO: 8. Mai: Tag der Befreiung – Nie wieder Krieg – Nie wieder Faschismus!

Ver­an­stal­tung: 
,,Fa­schi­sie­rung in der Ukrai­ne’‘
29.​04.​2014 | 19:00 Uhr |
In­ter­na­tio­na­les Zen­trum | Frank­furt aM

LINK

De­mons­tra­ti­on: 
,,8. Mai – Tag der Be­frei­ung’‘
08.​05.​2014 | 18:00 Uhr |
Kai­ser­sack/Hbf | Frank­furt aM

8maiDer Schoß ist frucht­bar noch…
Vor 69 Jah­ren, am 8. Mai, wurde Deutsch­land vom Fa­schis­mus durch die al­li­ier­ten Streit­kräf­te be­freit. Wir wol­len die­sen his­to­ri­schen Tag nut­zen, um den Op­fern der fa­schis­ti­schen Herr­schaft zu ge­den­ken, aber auch um klar zu ma­chen: Ein an­ti­fa­schis­ti­sches Be­wusst­sein ist ge­ra­de heute not­wen­dig! Der 8. Mai 1945 be­zeich­net kei­nes­wegs eine ,,Stun­de Null’‘, viel­mehr wirk­ten fa­schis­ti­sche Kräf­te in wei­ten Tei­len des jun­gen west­deut­schen Staa­tes fort. Auch die Auf­de­ckung und brei­te ge­sell­schaft­li­che The­ma­ti­sie­rung fa­schis­ti­scher Kon­ti­nui­tä­ten durch die 68er Be­we­gung be­deu­te­te kein Ende des Nach­wir­kens rech­ter Strö­mun­gen im Staats­ap­pe­rat. So gibt es auch heute noch Ver­ban­de­lun­gen des Staats­ap­pe­rats mit fa­schis­ti­schen Grup­pie­run­gen, wie jüngs­te Er­kennt­nis­se zur NA­TO-​Ge­heim­ar­mee ,,Gla­dio’‘ und die Mord­se­rie um den NSU ge­zeigt haben. Teile des deut­schen Staa­tes bau­ten jahr­zehn­te­lang und sys­te­ma­tisch mi­li­tan­te fa­schis­ti­sche Grup­pen auf: Per­so­nell ab­ge­si­chert und fi­nan­ziert durch die Ge­heim­diens­te (allen voran dem Ver­fas­sungs­schutz), aus Bun­des­wehr­ar­se­na­len mi­li­tä­risch ver­sorgt und ge­deckt durch Ak­ten­ver­nich­tun­gen und an­de­re ,,Er­mitt­lungs­pan­nen“. Au­gen­schein­lich kommt es nicht nur immer wie­der zur Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen staat­li­chen Stel­len und Fa­schis­ten, son­dern eine öf­fent­li­che Auf­ar­bei­tung die­ser his­to­ri­schen und ak­tu­el­len Ver­bin­dun­gen von Staat und fa­schis­ti­schen Grup­pie­run­gen wird dar­über hin­aus sys­te­ma­tisch ver­hin­dert.

Nun setzt man in der Che­fe­ta­ge der Bun­des­re­gie­rung auch wie­der auf fa­schis­ti­sche Kräf­te im Aus­land, um seine wirt­schaft­li­chen und po­li­ti­schen In­ter­es­sen zu ver­fol­gen. Diese wer­den of­fi­zi­ell me­di­al ge­deckt und in­of­fi­zi­ell fi­nan­zi­ell und ma­te­ri­ell ge­stützt. Unter deut­scher Schirm­herr­schaft voll­zie­hen die Eu­ro­mai­dan-​,,Re­vo­lu­tio­nä­re“ der Swo­bo­da und der Mi­li­zen des Rech­ten Sek­tors den Um­sturz in der Ukrai­ne. Po­li­ti­sche Geg­ner und Feind­bil­der der neuen rech­ten Re­gie­rung wer­den ver­folgt, miss­han­delt, un­ter­drückt und so­wohl po­li­tisch, als auch ge­sell­schaft­lich mund­tot ge­macht. Den Nut­zen, den sich die Eli­ten in der Ukrai­ne, wie in Deutsch­land von der Un­ter­stüt­zung der fa­schis­ti­schen Hand­lan­ger er­hof­fen ist ein­fach: Durch Ter­ror auf den Stra­ßen ver­brei­ten jene Schlä­ger­trupps Angst und spal­ten die Be­völ­ke­rung mit ihrer ras­sis­ti­schen und na­tio­na­lis­ti­schen Hetze. Sie die­nen so der Si­che­rung der der­zei­ti­gen in­ter­nen und ex­ter­nen Macht­in­ter­es­sen.

„Lasst uns die­ses ein­zig­ar­ti­ge Frie­dens­pro­jekt mit mehr De­mo­kra­tie aus der Krise füh­ren.“ äu­ßer­te jüngst Grü­nen­po­li­ti­ker Cem Öz­de­mir zu den Eu­ro­mai­dan-​Pro­tes­ten. Die Grü­nen sind nicht die ein­zi­gen Un­ter­stüt­zer der Auf­stän­de in der Ukrai­ne. Kaum ein deut­scher Po­li­ti­ker scheint diese ,Re­vo­lu­ti­on‘ nicht be­für­wor­ten zu wol­len. Sei es Au­ßen­mi­nis­ter Frank Wal­ter Stein­mei­er (SPD) oder Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU). Und auch die deut­schen Me­di­en sind in der Mehr­heit zu gro­ßen Ver­fech­tern des ,Eu­ro-​Mai­dan‘ ge­wor­den. Kri­ti­sche Stim­men wer­den hier­zu­lan­de als ,,pro-​rus­sisch“ de­nun­ziert. Das Ver­harm­lo­sen jener re­ak­tio­nä­rer Kräf­te auf dem Mai­dan als ,,fried­li­che De­mons­tran­ten’‘ durch die deut­schen Me­di­en ver­schlei­ert, dass es nicht um Frei­heit und De­mo­kra­tie auf dem Mai­dan geht, son­dern um wirt­schaft­li­che und geo­po­li­ti­sche In­ter­es­sen der EU-​Staa­ten und der USA ei­ner­seits, sowie di­ver­ser kor­rup­ter Ol­lig­ar­chen-​Cli­quen in der Ukrai­ne selbst an­de­rer­seits: Den In­ter­es­sen der Be­völ­ke­rung dient die­ser ,,Auf­stand’‘ je­den­falls nicht.

Wer stellt das neue Re­gime in Kiew?

Wäh­rend in den deut­schen Me­di­en noch die ,,fried­li­che’‘ Re­vo­lu­ti­on ge­fei­ert wurde, ver­öf­fent­lich­te die is­rae­li­sche Zei­tung Haa­retz be­reits im Fe­bru­ar die­sen Jah­res einen Be­richt, in dem vor der zu­neh­men­den Hetze und mög­li­cher Ver­fol­gung ukrai­ni­scher Jü­din­nen und Juden ge­warnt wurde. Kein Wun­der, denn die mo­men­ta­ne Über­gangs­re­gie­rung in der Ukrai­ne be­steht neben Mit­glie­dern der ,,Va­ter­land“Par­tei, wel­cher auch Mi­nis­ter­prä­si­dent Ar­sen­ji Ja­zen­juk an­ge­hört, der Par­tei Vla­di­mir Klitsch­kos ,,UDAR“ (zu deutsch „Schlag“), vor allem aus Tei­len der fa­schis­ti­schen Swo­bo­da (zu deutsch „Frei­heit“). Diese Par­tei, die offen an­ti­se­mi­tisch und ras­sis­tisch ist, und die „Va­ter­land“ Par­tei um Julia Ti­mo­schen­ko, bil­de­ten schon vor dem Be­ginn der Eu­ro­mai­dan-​Pro­tes­te ein Bünd­nis und re­gie­ren auch jetzt – nach den Mai­dan Pro­tes­ten – zu­sam­men. Die Swo­bo­da ar­bei­tet mit ver­schie­de­nen fa­schis­ti­schen Par­tei­en Eu­ro­pas zu­sam­men – unter an­de­rem der NPD – und steht in der Kon­ti­nui­tät zum ukrai­ni­schen Na­tio­na­lis­mus, der his­to­risch mit der Na­zi-​Be­sat­zung kol­la­bo­rier­te und Tau­sen­de Jü­din­nen und Juden in Po­gro­men ver­folg­te und er­mor­de­te. Auch Ti­mo­schen­kos Par­tei ist klar der po­li­ti­schen Rech­ten zu­zu­ord­nen, so kur­sie­ren im In­ter­net Bil­der, die Ja­zen­juk mit einem Hit­ler­gruß zei­gen. Die Mit­glie­der des pa­ra­mi­li­tä­ri­schen und neo-​na­zis­ti­schen „Rech­ten Sek­tor“, die auf dem Mai­dan am stärks­ten in Kämp­fe mit den Ber­kut-​Po­li­zei­ein­hei­ten Ja­nu­kowytschs in­vol­viert waren, stel­len nun zu einem gro­ßen Teil die neu ge­grün­de­ten Po­li­zei-​ und Mi­li­tär­ein­hei­ten.

Vor die­sem Hin­ter­grund ist es of­fen­sicht­lich, dass zu­tiefst na­tio­na­lis­ti­sche und fa­schis­ti­sche Kräf­te den Pro­test auf dem Mai­dan do­mi­nier­ten. Kon­se­quen­ter­wei­se ent­wi­ckel­ten sich die Pro­tes­te sehr bald zum of­fe­nen Ter­ror gegen alle An­ders­den­ken­den: Nicht nur gegen die An­hän­ger der alten Re­gie­rung, son­dern vor allem auch gegen Linke und An­ti­fa­schis­ten. Par­tei­bü­ros und die Par­tei­zen­tra­le der Kom­mu­nis­ti­schen Par­tei wurde ge­stürmt, zeit­wei­se be­setzt, ver­wüs­tet und in Brand ge­setzt; in ei­ni­gen Tei­len des Lan­des ist die Par­tei be­reits ver­bo­ten. Mit­glie­der nicht par­tei­lich or­ga­ni­sier­ter, als linke oder an­ti­fa­schis­ti­sche Struk­tu­ren be­kann­ter Grup­pen, sind Ziel lo­ka­ler Hetz­jag­den und schwe­rer, ge­walt­tä­ti­ger Über­grif­fe.

Und die Rolle des neuen deut­schen Groß­macht­stre­bens…
,,Deutsch­land muss eine grö­ße­re Rolle in der Welt & Ver­ant­wor­tung über­neh­men’‘ äu­ßer­te Bun­des­prä­si­dent Joa­chim Gauck auf der Münch­ner Si­cher­heits­kon­fe­renz die­sen Jah­res. An­ge­sichts des be­droh­li­chen Sze­na­ri­os in der Ukrai­ne scheint zu­neh­mend kla­rer, was damit ge­meint ist: Deut­sche In­ter­es­sen sol­len in Eu­ro­pa, aber auch in­ter­na­tio­nal, mi­li­tä­risch oder durch Un­ter­stüt­zung von ,,re­gime­chan­ges’‘ bru­tal durch­ge­setzt wer­den. In der Ukrai­ne ist diese neue Po­li­tik be­reits in allen Zügen er­kenn­bar: Die CDU nahe Kon­rad– Ade­nau­er–Stif­tung un­ter­stütz­te so­wohl ide­ell als auch fi­nan­zi­ell die von ihnen be­vor­zug­ten Kräf­te um Klitsch­ko in der Ukrai­ne. Auch Au­ße­mi­nis­ter Stein­mei­er traf sich mehr­mals mit Klitsch­ko, eben­so wie mit Ja­zen­juk und sogar Swo­bo­da-​Chef Oleh Tja­ni­bok. Nicht nur die Bun­des­re­gie­rung, auch Op­po­si­ti­ons­krei­se wir­ken eif­rig mit: Die Grü­nen for­dern schon seit Mo­na­ten ver­stärk­te Ein­mi­schung Deutsch­lands und spie­len die Scharf­ma­cher gegen Russ­land. Der Grund für diese brei­te über­par­tei­li­che Un­ter­stüt­zung des neuen Re­gimes in der Uk­trai­ne liegt auf der Hand: Die­ses hat der Un­ter­zeich­nung des EU-​As­so­zie­rungs­ab­kom­men zu­ge­stimmt, wel­ches im Kern die Zu­rich­tung der Ukrai­ne auf die In­ter­es­sen der Eu­ro­päi­schen Union, sowie po­li­ti­sche ,,Re­for­men’‘, etwa die Öff­nung des Lan­des für die ex­port­ori­en­tier­te deut­sche Wirt­schaft, be­inhal­tet.

An­ge­sichts jener Quer­ver­bin­dun­gen zwi­schen deut­schem Staat und or­ga­ni­sier­ten Fa­schis­ten hier­zu­lan­de, der zu­neh­men­den Un­ter­stüt­zung offen fa­schis­ti­scher und ex­trem na­tio­na­lis­ti­scher Kräf­te in­ter­na­tio­nal und eines sich ab­zeich­nen­den mi­li­tä­ri­schen Kon­flikts zwi­schen EU/USA und Russ­land in der Ukrai­ne, neh­men wir den Schwur der eins­ti­gen KZ-​Häft­lin­ge von Bu­chen­wald ernst:

,,Die Ver­nich­tung des Na­zis­mus ist un­se­re Lo­sung. Der Auf­bau einer neuen Welt des Frie­dens und der Frei­heit ist unser Ziel. Das sind wir un­se­ren ge­mor­de­ten Ka­me­ra­den, ihren An­ge­hö­ri­gen schul­dig.’‘

In die­sem Sinne:
So­li­da­ri­tät mit den ver­folg­ten und un­ter­drück­ten An­ti­fa­schis­tIn­nen in der Ukrai­ne!

Ein ak­ti­ves Ge­den­ken alle Frei­heits­kämp­fern und Frei­heits­kämp­fe­rin­nen gegen den his­to­ri­schen deut­schen Fa­schis­mus und die Na­zi-​Be­sat­zung, die letzt­end­lich ge­mein­sam zum Sieg bei­ge­tra­gen haben!

Wir rufen alle An­ti­fa­schis­tin­nen und An­ti­fa­schis­ten dazu auf, sich an den Ak­tio­nen zu be­tei­li­gen und am 8. Mai ge­mein­sam ein Zei­chen gegen alten und neuen Fa­schis­mus zu set­zen!

Gegen die Un­ter­stüt­zung der ukrai­ni­schen Fa­schis­ten durch die deut­sche Re­gie­rung! Nie wie­der Fa­schis­mus! Nie wie­der Krieg!