Vortrag – Die Gezi-Park-Bewegung und die neuen Proteste in der Türkei

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Mai-Juni 2013, aus einer Mahnwache von ca. 50 Menschen gegen den Abriss eines Parks und das Fällen von Bäumen für ein neues Einkaufszentrum und den Bau einer Kaserne in Istanbul entsteht innerhalb weniger Tage eine Massenbewegung von Millionen in der gesamten Türkei. Die sogenannte „Gezi-Bewegung“ ist nicht nur ein urbaner Aufstand, ein Kampf um den städtischen Raum, gegen die Enteignung durch Gentrifizierungsprozesse. Sie ist auch ein kultureller Aufbruch, das Entdecken der eigenen Individualität in der Vielstimmigkeit der Menge, in der neue soziale Bande geschlossen werden. In ihr kommt die Hoffnung vieler Menschen auf eine andere, demokratischere Gesellschaft zum Ausdruck – der Bezug zur „Bewegung der Plätze“ – Occupy – Puerta del Sol – Syntagma – liegt auf der Hand.

Von der türkischen Regierung unter Erdogan und der sie tragenden AKP werden die Aktiven als „Capulci“ (Marodeure) und „Terroristen“ beschimpft. „Wir sind alle Capulci“, ist die selbstbewusste Antwort der Menge. Der Autor Tayfun Guttstadt hat selbst an den Kämpfen in Istanbul teilgenommen. In seinem Buch porträtiert Aktive aus verschiedenen Spektren in dieser Bewegung. Er gewährt in seinen Interviews und dokumentiert mit Fotos differenziert die Hintergründe, die zu den Protesten führten und beschäftigt sich mit den möglichen Perspektiven der Gezi-Bewegung über 2013 hinaus. Gezi bleibt ein Ereignis der Überschreitung, dessen Wahrheit im Voraus niemals erkennbar war – zu suchen bleibt, wo sie sich bis heute fortsetzt.

Eine Veranstaltung der Interventionistischen Linken, Frankfurt/M.

Lesung und Diskussion mit dem Autor Tayfun Guttstadt

Montag, den 09.06.2014, 20:00 Uhr

INTERNATIONALES ZENTRUM FRANKFURT – Koblenzerstr. 17 – 60327 Frankfurt

Wir empfehlen noch die Dokumentation des IAB-FFM zum Geziaufstand: LINK